Wichtige Infos für Diabetesteams im Arbeitsalltag

Berlin, 13.10.2021

Immer mehr Menschen mit Typ-1-Diabetes nutzen Systeme zur automatischen Insulinabgabe (automated insulin delivery, AID-Systeme) und die Mehrheit der Diabetologen*innen glaubt, dass diese Technologie in den nächsten Jahren eine bedeutsame Rolle einnehmen wird.1 Damit kommen neue Herausforderungen auf die Praxisteams zu, denn noch fehlt es an ausreichenden Informationsangeboten für den Einsatz der Technologie. Die Broschüre „AID-Systeme in der Praxis. Status quo und Potenzial der Diabetes-Technologie“ gibt einen praxisrelevanten Überblick über die Möglichkeiten – aber auch Grenzen – der neuen Technologie, liefert Lösungsansätze für typische Probleme und gibt handfeste Tipps zur Verordnung. Die Broschüre ist unter anderem auf dem Onlineportal Diabetes der BERLIN-CHEMIE AG zum Download verfügbar.

Die 32-seitige Broschüre ist in Kooperation mit dem Zukunftsboard Digitalisierung (zd) und der Medical Tribune entstanden. „Viele Menschen mit Typ-1-Diabetes setzen ihre Hoffnungen auf Systeme zur automatischen Insulinabgabe“, erklärt Prof. Dr. med. Dipl.-Psych. Bernhard Kulzer, zd-Mitglied und Leiter des Forschungsinstituts der Diabetes-Akademie Mergentheim, „doch die Vorstellung, dass ein AID-System den Anwender*innen einfach so alle Therapieentscheidungen abnimmt, ist nicht zutreffend.“ Der Umgang mit der Technik ist anspruchsvoll und der Informationsbedarf groß. „Die Herstellerschulungen geben die Basics, aber viele Fragen kommen erst bei der Anwendung auf. Ein kompaktes Informationsangebot für Ärzte*innen und Diabetesberater*innen fehlt jedoch, deshalb war den Mitgliedern des Zukunftsboards Digitalisierung und der BERLIN-CHEMIE AG ein großes Anliegen, diese Broschüre mitzuentwickeln, um genau diese Lücke zu füllen“, erläutert Prof. Kulzer.

Hilfe bei technischen Fragen

Aufgrund ihrer praktischen Erfahrungen haben die Mitglieder des zd – allesamt Experten*innen rund um das Thema Diabetes – in der Broschüre einige typische Probleme, bei denen Patienten*innen mit AID-Systemen Hilfe benötigen könnten, zusammengetragen. “So können zum Beispiel technische Störungen zu einem Verlust des Sensorsignals führen, so dass die Betroffenen jederzeit in der Lage sein sollten, die Insulinpumpentherapie in ‚klassischer‘ Weise fortzusetzen“, weiß Dr. med. Winfried Keuthage (Münster), zd-Mitglied und Diabetologe.

Ein kompakter Überblick

Neben technischen Hilfestellungen widmet sich die Broschüre in insgesamt elf Kapiteln unter anderem den folgenden Fragestellungen:

  • Welchen Nutzen haben AID-Systeme in der Diabetestherapie und wer profitiert?
  • Welche verschiedenen Modelle sind aktuell auf dem Markt und welche Möglichkeiten bieten sie?
  • Wie funktionieren die Algorithmen der AID-Systeme?
  • Wie kann man Behandlungserfolge bei der Nutzung von AID-Systemen definieren?
  • Wie könnte ein Schulungsprogramm zu AID-Systemen aussehen?
  • Wie bewerten die Krankenkassen die neue Technologie?
  • Was erwartet uns in Zukunft in Sachen AID-Systeme?

Zudem blicken die Experten*innen auf die Geschichte der Insulintherapie zurück und diskutieren über mögliche Sicherheitsbedenken bei der automatisierten Insulinabgabe. Nicht zu kurz kommen darf auch die Sicht der Community der Menschen mit Diabetes, die sich selbst AID-Systeme bauen. Für Eilige gibt es ein Lexikon, das wichtige Begriffe rund um die automatisierte Insulinabgabe erklärt.

Weiterführende Informationen


Die Broschüre „AID-Systeme in der Praxis. Status quo und Potenzial der Diabetes-Technologie“ kann ab sofort hier heruntergeladen werden. Die Broschüre ist am 22. September in der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH erschienen.

Über die Algorithmen von AID-Systemen haben wir bereits in einer früheren DiaChannel-Ausgabe berichtet. Den Artikel können Sie hier nachlesen.

Im Digitalisierungs- und Technologiereport 2021 (D.U.T-Report) informieren Dr. med. Katarina Braune (Berlin) und zd-Mitglied Prof. Dr. rer. nat. Lutz Heinemann (Neuss) über AID-Systeme und andere Innovationen im Bereich der Diabetestechnologie. Zum entsprechenden Kapitel gelangen Sie hier.

Auf dem Kongress „Advanced Technologies & Treatments for Diabetes (ATTD)“ kommen jährlich internationale Akteure*innen zusammen, um über neue digitale Trends und Fortschritte in der Diabetestherapie zu diskutieren. Die Experten*innen des zd haben in diesem Jahr mit dem Video-Webcast „ATTD Kompakt“ unter anderem über Neuigkeiten im Bereich der AID-Systeme informiert. Die Aufzeichnung des Livestreams finden Sie auf dem Onlineportal Diabetes der BERLIN-CHEMIE AG sowie als mit drei Punkten zertifizierte eCME-Fortbildung beim Verlag Kirchheim.

Über das Zukunftsboard Digitalisierung
Das Zukunftsboard Digitalisierung (zd) ist eine Initiative der BERLIN-CHEMIE AG. Die zehn Experten*innen tauschen sich regelmäßig über die digitale Zukunft der Diabetestherapie aus und veröffentlichen jährlich den D.U.T-Report. Mehr über das Zukunftsboard Digitalisierung erfahren Sie hier.


Quellen:
1. Kulzer B, Heinemann L. Digitalisierungs- und Technologiereport Diabetes 2021: 39-54

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