Greta in der Praxis – So ist umweltbewusstes Arbeiten machbar

Berlin, 23.09.2021

Die Flutkatastrophe hat es noch einmal ins Gedächtnis gerufen – der Klimaschutz geht jeden von uns etwas an. Die „Deutsche Allianz für Klimawandel und Gesundheit“ (KLUG) findet gar, dass er eine zentrale ärztliche Aufgabe ist.1 Denn die Folgen für die Gesundheit der Menschen sind bereits im Praxisalltag spürbar, etwa bei starker Hitze. Aber Sie müssen jetzt nicht gleich die Arbeit niederlegen und mit Transparenten auf die Straße gehen. Mit unseren Tipps können Sie ganz nebenbei CO2 einsparen und den Geldbeutel schonen. Das könnte auch die Außenwirkung Ihrer Praxis verbessern...

Im Team klappt‘s besser

Machen Sie das umweltbewusste Praxismanagement zum Thema in Ihren Teambesprechungen – sammeln Sie gemeinsam Ideen. Ein erster Schritt: Bei der Arbeit auf Handgriffe achten, die zuhause selbstverständlich sind – wie etwa Lichter ausschalten oder die Heizung runterdrehen. Es ist höchste Zeit, die Aufmerksamkeit aller Mitarbeiter*innen auf einen klimafreundlichen Praxisbetrieb zu lenken. Ganz nebenbei senkt das auch noch die Kosten.

Weg mit der Zettelwirtschaft

Zugegeben – der Aufbau der Telematikinfrastruktur, der mit der Anschaffung von jeder Menge Technik einherging, war nicht gerade umweltfreundlich. Das Umstellen von gedruckten auf elektronische Daten ist es aber schon. Durch ePA, E-Rezept und Co. lässt sich viel Papier einsparen. Sollten Ihre Patienten*innen doch einen Ausdruck bevorzugen, bietet sich Recyclingpapier an. Das ist oft günstiger und spart 60 % Wasser und Energie sowie 20 % CO2-Emission gegenüber Normalpapier ein.2

Videosprechstunde statt Hausbesuch

Und noch eine Sache, die uns die Digitalisierung leichter macht – Sprechstunde ohne Anfahrtswege. Die Erfahrung der letzten Monate zeigt, dass auch rüstige Rentner*innen durchaus dazu in der Lage sind, über eine Webcam zu kommunizieren. Das Anbieten lohnt sich also – auch wenn Videosprechstunden nicht allen liegen. Unvermeidbare Wege lassen sich am umweltfreundlichsten mit ÖPNV oder Fahrrad zurücklegen. Wer als Berufspendler eine 5-km-Strecke hin und zurück mit dem Rad fährt, spart im Jahr rund 300 kg CO2-Emission ein.2 Das sind immerhin ca. 4 % der jährlichen Pro-Kopf-Emission.3

50 Tipps für nachhaltiges Arbeiten

Die Initiative „Nachhaltige Praxis“, gegründet von Menschen in medizinischen Berufen, hat eine Liste mit Punkten für eine umweltfreundliche Praxisführung zusammengestellt. Lassen Sie sich davon inspirieren. Sie können sich dort Tipps heraussuchen, die in Ihrer Praxis umsetzbar sind.

Und zu guter Letzt: Klimabewusstes Handeln kann auch die Außenwirkung Ihrer Praxis verbessern, denn spätestens seit Fridays for Future ist Umweltschutz salonfähig geworden.

Weiterführende Informationen


Die DGIM hat ein Papier zu „Klimaschutz und Gesundheit“ veröffentlicht. Hier können Sie sich weitere Anregungen für eine klimafreundliche Praxis holen.

Das Projekt „KLIMARETTER – LEBENSRETTER“ der Stiftung viamedica macht Beschäftigte im Gesundheitswesen zu Klimaretter*innen. Schauen Sie einmal vorbei, Sie sind zu einem Selbstversuch eingeladen: Aus 26 Angeboten können Sie eine Aktion auswählen, mit der Sie CO2 einsparen. Eine Woche vegetarisch essen reduziert die Emission um knapp 13 kg – gut fürs grüne Gewissen!


Quellen:
1. Barkewitz C. www.aerztezeitung.de, 17.06.2021
2. Initiative Nachhaltige Praxis. https://initiative-nachhaltige-praxis.de/list.php. Stand: 09.09.2021
3. Umweltbundesamt. https://www.umweltbundesamt.de/daten/klima/treibhausgas-emissionen-in-deutschland#emissionsentwicklung. Stand: 09.09.2021

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